19. September 2026
Frauen stärken, Strukturen schaffen: Neue Frauenplattform für Nordbayern entsteht

Am 13. September 2026 wurde ein wichtiger Schritt für die stärkere Beteiligung und Vernetzung von Frauen innerhalb unserer Verbandsstrukturen auf den Weg gebracht: Unter dem Dach des Landesverbandes engagierte Zivilgesellschaft in Bayern e.V. (EZG Bayern) soll eine eigenständige Frauenorganisation aufgebaut werden. Dialog und Bildung e.V. bringt sich aktiv in diesen Aufbauprozess ein.
Ziel ist es, Frauen aus unterschiedlichen Mitglieds- und Partnerorganisationen zusammenzubringen, bestehende Kompetenzen miteinander zu vernetzen und neue Möglichkeiten für gesellschaftliche Teilhabe, ehrenamtliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung zu schaffen.
Der Aufbau beginnt zunächst pilotweise in Nordbayern. Vorgesehen sind Koordinierungsstrukturen in Nürnberg, Ingolstadt und Würzburg. Insgesamt sollen 14 Frauen als Beauftragte der Initiierungs- und Aufbauphase gemeinsam die Grundlagen für die zukünftige Frauenplattform schaffen.
Aus den Reihen von Dialog und Bildung e.V. wurde Frau Hatice Çevik mit der Leitung dieser Aufbauphase betraut. Sie wird gemeinsam mit den weiteren beteiligten Frauen die organisatorischen Voraussetzungen schaffen und den Weg hin zu einer dauerhaft arbeitsfähigen und eigenständigen Struktur begleiten. Das Konzept sieht ausdrücklich vor, dass die Verantwortung nach der Aufbauphase in eine demokratisch legitimierte Struktur mit gewählter Leitung überführt wird.
Von Frauen für Frauen – über Einrichtungsgrenzen hinweg
Die neue Plattform soll mehr sein als ein loses Netzwerk. Das gemeinsame Ziel ist eine dauerhafte regionale und einrichtungsübergreifende Struktur von Frauen für Frauen.
Im Mittelpunkt stehen die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung, die Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte, Veranstaltungen und Fortbildungsangebote. Gleichzeitig soll die Plattform Frauen darin unterstützen, Verantwortung innerhalb von Vereinen, Projekten und zivilgesellschaftlichen Strukturen zu übernehmen.
Dazu wurden sechs zentrale Handlungsfelder vorgesehen: Bildung und Qualifizierung, gesellschaftlicher Dialog, Ehrenamt und Leadership, Familie und soziale Teilhabe, Projekt- und Förderarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkbildung.
Damit geht es ausdrücklich nicht darum, bestehende Frauenarbeit in den einzelnen Einrichtungen zu ersetzen. Vielmehr sollen vorhandene Erfahrungen und Ressourcen zusammengeführt und dort gemeinsame Strukturen geschaffen werden, wo einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit einen zusätzlichen Mehrwert bietet.
Aus einer Pilotphase soll eine tragfähige Struktur entstehen
Die 14 Frauen bilden zunächst ein Aufbauteam. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Erfassung der Bedarfe von Frauen in den beteiligten Einrichtungen, der Aufbau regionaler Ansprechpartnerinnen, die Vorbereitung einer Geschäfts- und Wahlordnung sowie die Entwicklung erster gemeinsamer Jahresziele und Projekte.
Am Ende dieses Prozesses soll eine konstituierende Versammlung stehen. Dort sollen die interne Ordnung beschlossen und die zukünftigen Verantwortlichen gewählt werden. Nach zwölf Monaten Regelbetrieb ist eine Evaluation vorgesehen. Auf deren Grundlage kann anschließend über eine Verstetigung und eine mögliche Ausweitung auf weitere Regionen Bayerns entschieden werden.
Gleichstellung beginnt auch bei uns selbst
Für Dialog und Bildung e.V. ist die Beteiligung an dieser Initiative zugleich Anlass, einen weiteren Baustein unserer eigenen Organisationsentwicklung öffentlich zu machen.
Mit unserem Gender Equality Plan (GEP) 2026–2028 haben wir einen verbindlichen Rahmen geschaffen, mit dem Gleichstellung innerhalb unseres Vereins, unserer Gremien, Projekte und Partnerschaften systematisch gefördert werden soll.
Wir verstehen Chancengleichheit, Diversität und Nicht-Diskriminierung dabei nicht lediglich als programmatische Begriffe. Unser GEP definiert sie als strukturelle Verantwortung, kulturellen Entwicklungsprozess und Voraussetzung nachhaltiger Projektarbeit.
Zu den strategischen Zielen gehören eine geschlechtergerechte Repräsentation in Vorstand und Projektleitungen, transparente und diskriminierungsfreie Auswahlprozesse, die Berücksichtigung von Gender-Perspektiven in Bildungsprojekten, die Prävention von Diskriminierung und Belästigung sowie ein datengestütztes Monitoring der weiteren Entwicklung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Women in Leadership. Vorgesehen sind unter anderem Leadership- und Moderationstrainings, Projektmanagement-Schulungen, die stärkere Sichtbarkeit weiblicher Expertinnen sowie die Entwicklung von Nachwuchsführungskräften.
Strukturen schaffen, in denen Beteiligung selbstverständlich wird
Die entstehende Frauenplattform Nordbayern und unser eigener Gender Equality Plan verfolgen auf unterschiedlichen Ebenen ein gemeinsames Anliegen: Beteiligung soll nicht vom Zufall oder vom persönlichen Engagement Einzelner abhängen.
Frauen sollen ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen, eigene Projekte entwickeln, Netzwerke aufbauen und Verantwortung übernehmen können. Gleichzeitig wollen wir innerhalb unserer eigenen Organisation regelmäßig überprüfen, wo Beteiligungsmöglichkeiten verbessert und bestehende Hürden abgebaut werden können.
Deshalb verstehen wir die Frauenplattform als Beginn eines wiederkehrenden Entwicklungsprozesses.
14 Frauen. Drei regionale Koordinierungsstellen. Mehrere Einrichtungen. Ein gemeinsames Ziel: Frauen vernetzen, Beteiligung stärken und neue Räume für Verantwortung schaffen.
Als Dialog und Bildung e.V. freuen wir uns darauf, diesen Aufbauprozess gemeinsam mit EZG Bayern und den beteiligten Einrichtungen aktiv mitzugestalten.
Unseren Gender Equality Plan (GEP) werden wir im Zuge dessen ebenfalls öffentlich zugänglich machen.